Evangelische Kiliansgemeinde Heilbronn

 

Abschied mit einem weinenden, einem lachenden und - einem hoffnungsvollen Auge

Sie sind schnell verflogen (Psalm 90, V. 10c), die knapp sechzehn Jahre, die meine Frau und ich in der Kiliansgemeinde verbracht haben. Wie vielen Menschen, Gemeindegliedern und Fremden, Kolleg/innen und Mitarbeiter/innen sind wir begegnet! Wie zahlreich, mühselig, aber auch erfüllend waren die Aufgaben, die wir alle miteinander lösen konnten! Wie belastend die offenen Fragen und Probleme, mit den sich eine Innenstadtgemeinde herumschlagen muss! Trotz allem, wie heißt es im Schlager: "Ich hab mich so an dich gewöhnt ..." Wahrscheinlich - hoffentlich gegenseitig! Darum ist "Auf Wiedersehen" sagen schmerzlich. Auch, wenn wir räumlich gesehen "da bleiben", hat doch der Dienst in der Gemeinde - im vorgesehenen Alter - ein Ende. Deshalb kann und darf auch ein Auge lachen, besser: lächeln. Es gibt nun einmal - in jedem Beruf - weniger angenehme Pflichten: Wer lässt sich schon gerne mit Verwaltungsaufgaben eindecken? Wie lange hält man Unterricht an Problemschulen aus? Auch den Druck, "immer im Dienst" zu sein gibt man gerne eines Tages ab. - Ich verrate Ihnen nicht, was ich mit der "vielen Freizeit" machen werde; ehrlich gesagt, weiß ich es selber noch nicht ganz genau. Aber, dass es mir nicht langweilig werden wird, vermute ich sagen zu können. "Alles hat seine Zeit". Dieses Bibelwort gilt auch für den Ruhestand. Ich freue mich darauf. Und nun mein "drittes" Auge. Gibt es das überhaupt!? Ich meine damit mein künftiges, interessiertes und anteilnehmendes Begleiten des Prozesses, was aus der Kiliansgemeinde, der Kirche insgesamt, dem Christentum überhaupt werden wird. Vieles sieht nicht rosig aus. Schwarzmalen wäre unchristlich, aber nüchtern sein ist dringend angesagt. Auch einem Ruheständler werden die laufenden Planungen und Aktionen zugunsten der Sache des Evangeliums nicht gleich-gültig sein. Vielleicht kann man auch die eine oder die andere überschaubare Aufgabe noch übernehmen. Wie gesagt: Man ist ja nicht "aus der Welt." Gott sei Dank kann ich sagen, dass ich nicht hoffnungslos und resigniert aus dem Dienst scheide. "Der Herr ist noch immer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht. Ihr Segen, Heil und Frieden ...." Darum kann ich getrost gehen. Ich bin sicher, es sind noch manche "Ressourcen", auch in der Kiliansgemeinde vorhanden. Helfen Sie mit, die Schätze zu heben! Die Kilianskirche darf nicht nur eine Touristen-, Gäste- und Konzertkirche werden. Es muss eine eigene Gemeinde da sein, die sie durch Mitarbeit, Opfer und Gebet mitträgt. In der Hoffnung, dass wir Ihnen im Gottesdienst, in den Kreisen, "in der Stadt" oder sonst wo immer wieder begegnen, grüßen meine Frau und ich herzlich mit "A-Dieu"! Ihre Gerda und Ihr Gerd-Volker Saar

Web: Hartmut Springer

Impressum